Die Eisbären Berlin holen den Titel
Mittwoch, den 20. April 2011 um 13:10 Uhr    PDF Drucken E-Mail

Die Eisbären Berlin haben am Dienstag den 20.04.2011 ihren fünften DEL-Titel geholt. 4.503 Zuschauer in der ausverkauften Wolfsburger Arena bekamen ein dramatisches Spiel serviert, in dem am Ende Berlin mit 5:4 (1:2, 2:0, 2:2) die Oberhand behielt. Mit dem erneuten Erfolg nach 2005, 2006, 2008 und 2009 haben die Hauptstädter nach Titeln mit dem bisherigen alleinigen DEL-Rekordchampion aus Mannheim gleichgezogen.

Deutscher Meister 2011: Eisbären Berlin [Foto: Dirk Spicher]Nach den beiden Finalniederlagen gegen Berlin hatte EHC-Coach Pavel Gross sein Team gehörig durcheinander gewirbelt und Goalie Patrick Reimer durch Daniar Dshunussow ersetzt. Zudem traten die Grizzlys mit einem anderen Trikot an und die Änderungen sollten zunächst wirken. Wolfsburg spielte druckvoll und wurde belohnt. John Laliberte (9.) Schoss die Niedersachsen in Front. Die Antwort der Berliner ließ jedoch nicht lange auf sich warten.

Zwei auf Eins liefen sie in Richtung Dshunssow und den Abpraller verwertete Mads Christensen (10.) zum Ausgleich. Wolfsburg zeigte sich jedoch wenig geschockt. Die Niedersachsen spielten weiter nach vorne und in Überzahl trafen sie zum 2:1. Jason Ulmer hatte John Laliberte (19.) an der blauen Linie auf die Reise geschickt und den Alleingang ließ er sich nicht mehr nehmen. Die Grizzlys konnten den Vorsprung über die Zeit retten und gingen erstmals in der Serie mit einer Führung in die Pause. Das sollte sich jedoch schnell wieder ändern.

Die Eisbären trugen erneut einen schnellen Konter vor. Tyson Mulock (23.) täuschte den Pass nach links an und schoss dann in die kurze Ecke ein. Berlin hatte jetzt Oberwasser und machte mächtig Druck. In der 26. Spielminute wurde Steve Walker von Mads Christensen an der blauen Linie angespielt, aber er scheiterte mit seinem Alleingang genauso wie wenige Sekunden später nach einem Pass an die lange Ecke. Der EHC hatte danach weiterhin Probleme, die Berliner Offensivgewalt in den Griff zu bekommen und musste Strafen nehmen.

Im Spiel Fünf gegen Drei stocherte Florian Busch (31.) die Scheibe über die Linie und die Hauptstädter gingen erstmals in Front. Die Niedersachsen suchten jetzt ihrerseits wieder die Flucht nach vorn, aber ein Treffer wollte nicht gelingen. Derweil konterten die Eisbären. Daniar Dshunussow konnte jedoch immer wieder retten und es ging mit einem knappen 2:3 aus Sicht des EHC in den Schlussabschnitt.

Der begann mit einem Paukenschlag. 46 Sekunden waren gespielt, da hatte Norm Milley für Wolfsburg wieder egalisiert. Wenig später hätten die Grizzlys in Überzahl einen weiteren Treffer nachlegen können, aber es sollte anders kommen. Derrick Walser (43.) eroberte die Scheibe, war auf und davon und Berlin führte erneut. Der EHC steckte aber nicht auf. Immer wieder rannten die Niedersachsen in Richtung Rob Zepp an und schossen aus allen lagen. Der Versuch von Kai Hospelt (45.) sollte schließlich von Erfolg gekrönt sein. Irgendwie rutschte Rob Zepp das Spielgerät durch.

Das Spiel ging von vorne los, verlor aber nichts an Spannung und Dramatik. Es ging hoch und runter und 4.503 Zuschauern in der ausverkauften Wolfsburger Arena bekamen ein hochklassiges Spiel serviert. In der 55. Spielminute fanden sich die Grizzlys erneut in Überzahl wieder, aber statt in Führung zu gehen dezimierten sie sich ebenfalls und es ging mit Vier gegen Vier weiter. Gerade wieder komplett schoss Constantin Braun (57.) Berlin wieder in Front.

Es folgten dramatische Szenen auf beiden Seiten. Immer wieder verließ EHC-Goalie Dshunussow seinen Arbeitsplatz und Wolfsburg stürmte mit sechs Feldspielern. Letztlich konnten die Eisbären aber den erneuten Ausgleich verhindern und ihre fünfte Meisterschaft feiern.

"Ich muss den Berlinern gratulieren. Sie haben verdient gewonnen, das muss man neidlos anerkennen. Sie sind erfahren, clever und haben ihren Chancen genutzt", sagte Wolfsburgs Trainer Pavel Gross, "ich muss aber meiner Mannschaft auch ein Kompliment machen. Sie hat alles gegeben."